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Jahresberichte


Angelstadt Hamburg

Die freien Gewässer der Freien und Hansestadt Hamburg werden von jährlich ca. 120.000 Angelnden, zusammengesetzt aus 60% Hamburger*innen und 40% aus anderen Bundesländern und Ländern, genutzt. Der hohe Anteil an Auswärtigen zeigt deutlich die Attraktivität des Angelstandorts Hamburg und unterstreicht zudem die wirtschaftliche Bedeutung der Angelindustrie für die Wirtschaft der Stadt. In Hamburg sind große Teile der Elbe, Alster und Bille nach jährlicher Zahlung der Fischereiabgabe von 10€ frei zu beangeln. An diesen Gewässern gelten aktuell keine Einschränkungen in der Fischerei abgesehen von den gesetzlichen Schonzeiten, Entnahmefenstern und Tageshöchstfangmengen. So besteht z.B. keine Pflicht zum Führen eines Fangbuches. Diese fehlende Rückmeldung über die gefangenen und teils entnommenen Fische führt zu einem recht geringen Wissensstand über den aktuellen Zustand der Fischbestände in den freien Gewässern.

Catch per Unit Effort (CPUE)

Eine Möglichkeit, mit einfachen Mitteln den Zustand einer Population einer bestimmten Fischart zu ermitteln, bietet der sogenannte „Einheitsfang“, auch „catch per unit effort“ (CPUE) genannt. Dieser standardisiert die Anzahl der gefangenen Fische auf eine gewisse Zeiteinheit, in diesem Fall auf eine Stunde Angelzeit, und gibt somit an, wie viele Fische einer Art pro Stunde gefangen werden. Der CPUE wird in dieser Studie als Richtwert verwendet, zum besseren Verständnis aber umgewandelt in die Anzahl an Stunden, die für den Fang eines Fisches benötigt werden. Er ermöglicht damit einen standardisierten Vergleich von Zeiträumen (z.B. Jahren), Angeltechniken und Gebieten. Nimmt z.B. die benötigte Zeit zum Fang eines Zanders über die Jahre zu, lässt sich daraus auf eine negative Entwicklung der Zanderpopulation schließen.

Fischbestände Hamburg

Im Rahmen der Vorbereitungen des Projektes wurden Personen aus der Angelszene befragt, um Genaueres über die Aufteilung der Angelmethoden innerhalb der Hamburger Anglerschaft zu ermitteln sowie Parameter der Angabe der Fangdaten in einer App zu entwickeln. Für Letzteres wurde außerdem das im Rahmen des „Besatzfisch“-Projektes (2010 – 2016) des „Leibniz-Institutes für Gewässerökologie und Binnenfischerei“ unter Leitung von Prof. Dr. Robert Arlinghaus entwickelte Fangbuch genutzt. Diese Parameter beinhalteten Angaben zum Angeltag (Datum, Zeitraum, Anzahl gleichzeitig genutzter Angelruten) sowie zu den Fängen selbst (Fangzeitpunkt, Angelmethode, Fischart und -länge, Entnahme des Fanges). 

 

Ergebnisse 2020

Angelnde konnten sich im Vorfeld anhand von Angaben bezüglich ihres Angelverhaltens für eine Teilnahme an der Studie anmelden. 254 Angelnden haben sich angemeldet, von denen sich 104 aktiv an der Datenaufnahme mit Angaben zu Angeltagen und Fängen beteiligten. Dabei wurden insgesamt 907 Angeltage mit einer Angelzeit von 4.655 Stunden registriert, in welcher 1.647 Fische (Tabelle 1), verteilt auf fünf Fangarten, gefangen wurden. Daraus ergibt sich insgesamt ein CPUE von 0,35 Fischen/Stunde, entsprechend einem Zeitaufwand von 2,86 Stunden für einen Fisch. Zander wurden am häufigsten von den Teilnehmenden gefangen (997 registrierte Fänge), mit Durchschnittsfängen von 0,5 Zandern/Stunde oder einem durchschnittlichen Zeitaufwand von zwei Stunden für den Fang eines Zanders, gefolgt von Flussbarsch (208 registrierte Fänge mit durchschnittlich 0,28 Barschen/Stunde oder umgekehrt 3,57 Stunden pro Barsch) und Aal (139 registrierte Fänge mit durchschnittlich 0,35 Aalen/Stunde oder umgekehrt 2,86 Stunden pro Aal). Die meisten Angeltage entfielen dabei auf den Hafenbereich der Elbe, mit einem Anteil von 70% an der Gesamtzahl der Angeltage, und am häufigsten angelten die Teilnehmenden mit Spinnruten auf Raubfische (66% der angegebenen Angeltage). Das Raubfischangeln erwies sich zusätzlich auch als die erfolgreichste Angelmethode. So fingen die Teilnehmenden auf diese Weise im Durchschnitt etwa alle zwei Stunden einen Fisch, entsprechend einem CPUE von 0,5 Fischen/Stunde. Einige häufig in den Gewässern vorkommende Fischarten wie Karpfen, Schwarzmundgrundel, Rotauge und Flunder wurden nur sehr wenig gefangen. Im Vergleich zu den Ergebnissen der vorläufigen Befragung der Expert*innen, auf Grundlage derer unter anderem ein Anteil von ca. 15% Karpfenangler*innen erwartet wurde, scheint der Anteil dieser in der aktuellen Studie unterrepräsentiert zu sein.

Abb1 VergleichAufwand Den Anteil dieser Gruppe an Angelnden, sowie die Gesamtbeteiligung an der Studie, gilt es in den Folgejahren des Projektes zu steigern, um aussagekräftigere Ergebnisse zum Fischbestand der Freien und Hansestadt Hamburg treffen zu können.


Tabelle 1: Übersicht der insgesamt gefangenen bzw. eingetragenen Fischarten mit Anzahl, durchschnittlichem CPUE [Fische/Stunde], durchschnittlich benötigtem Aufwand pro Fisch [Stunden], Durchschnittslänge und dem Anteil der zurückgesetzten Fische [%] im Jahr 2020

Tab1

Das Projekt

Hamburg ist als Angelstandort aufgrund der „freien Gewässer“ eine der beliebtesten Angelstädte Deutschlands. Jährlich zieht es etwa 120.000 Angelnde an Hamburgs Gewässer. Die „freien Gewässern“ können mit der jährlichen Zahlung der Fischereiabgabe (10 €) sowie einem Angelschein frei beangelt werden, es besteht keine Pflicht des Führens eines Fangbuchs. Dementsprechend ist der Zustand der Fischbestände in Hamburg „freien Gewässern“ trotz des hohen Angeldrucks unbekannt. Mit der Studie „Ermittlung der Fischbestände in den freien Gewässern Hamburgs“ soll ein Überblick über die Bestandssituation der fischereilich relevanten Arten in den „freien Gewässern“ Hamburgs erlangt werden. Dafür wurde im Vorfeld der Studie eine möglichst repräsentative Gruppe Angelnder ausgewählt, die mit Hilfe eines App-Fangbuchs ihre Angeltage inkl. Angelmethode, Ort und Fängen eintragen. Die somit übermittelten Daten werden durch eine*n Fischereibiolog*in des Anglerverbands Hamburg e.V. ausgewertet. Auf Grundlage dieser Daten können belastbare Aussagen zum Zustand der Fischbestände getroffen werden und somit die Auswirkungen äußerer Einflüsse bewertet sowie Hege- und Pflegemaßnahmen datenbasiert durchgeführt werden. Schlüsselwert in der Datenauswertung ist der catch per unit effort (CPUE), welcher die Zahl der gefangenen Fische dem dafür nötigen Aufwand, in diesem Fall die Angelstunden, entgegenstellt. Er gibt also an, wie viele Fische einer Art pro Angelstunde gefangen werden. Zum besseren Verständnis rechnen wir den CPUE aber um in die Anzahl der Stunden, die aufgewandt werden müssen, um einen Fisch einer bestimmten Art zu fangen. Nimmt diese Zeit z.B. über mehrere Jahre zu, lässt sich hieraus auf eine negative Bestandsentwicklung dieser Fischart schließen.

Ergebnisse 2021

Da die Bewerber*innenzahlen im Jahr 2020 unter der gewünschten Menge von 300 Testangelnden lag und die gezielte Auswahl auf die gewünschte Verteilung der Angelmethoden nicht möglich war, wurde im Laufe des Projektjahres 2021 die „Bewerbung“ zur Studie in eine „Anmeldung“ umgewandelt. Auch trotz Bemühungen um Nachrekrutierung von Testangelnden sank die Zahl aktiv Teilnehmender von 104 auf 97. Dabei wurden insgesamt 797 Angeltage mit einer Gesamtangelzeit von 3.982 Stunden angelegt. In dieser Zeit wurden von den Teilnehmenden 1.238 Fische, verteilt auf fünf Fangarten, gefangen. Daraus ergibt sich insgesamt ein CPUE von 0,32 Fischen/Stunde, entsprechend einem Zeitaufwand von 3,55 Stunden/Fisch. Man benötigte im Gesamtschnitt also 0,68 Stunden mehr als 2020 (2,86 Stunden/Fisch), um einen Fisch in den „freien Gewässern“ Hamburgs zu fangen. Die in Hamburg am häufigsten gefangene Fischart ist und bleibt der Zander mit 637 Exemplaren im Jahr 2021. Sowohl die gefangene Gesamtmenge an Zandern (997 im Jahr 2020) als auch der CPUE (0,5 Fische/Stunde auf 0,42 Fische/Stunde) sind von 2020 auf 2021 gesunken und dementsprechend der nötige Aufwand für den Fang eines Zanders gestiegen (von 2,00 auf 2,44 Stunden/Fisch). Am zweithäufigsten wurden, wie auch 2020, Flussbarsche gefangen (275 Exemplare, 0,35 Fische/Stunde, 2,86 Stunden/Fisch), gefolgt von Rapfen (116 Exemplare, 0,30 Fische/Stunde, 3,33 Stunden/Fisch) und dem Aal (51 Exemplare, 0,29 Fische/Stunde, 3,45 Stunden/Fisch). Auffällig ist die starke Abnahme der Aalfänge, wurden Aale doch 2020 mit 139 Fängen noch am dritthäufigsten gefangen. Abgesehen von der schlechten Bestandssituation könnte dies außerdem in der Abnahme des Anteils an der Studie teilnehmender Aalangelnder von zwölf auf acht Prozent liegen. Diese und weitere Angaben zu anderen Fischarten können Tabelle 1 entnommen werden und sind in Abbildung 1 dargestellt.

Tabelle 1: Übersicht der insgesamt gefangenen bzw. eingetragenen Fischarten mit Anzahl, durchschnittlichem CPUE [Fische/Stunde], durchschnittlich benötigtem Aufwand pro Fisch [Stunden], Durchschnittslänge [cm] und dem Anteil der zurückgesetzten Fische [%] im Jahr 2021

Tab1: Übersicht der insgesamt gefangenen bzw. eingetragenen Fischarten mit Anzahl, durchschnittlichem CPUE [Fische/Stunde], durchschnittlich benötigtem Aufwand pro Fisch [Stunden], Durchschnittslänge [cm] und dem Anteil der zurückgesetzten Fische [%] im Jahr 2021

Die meisten der eingetragenen Angeltage entfielen auf das Raubfischangeln mit Spinnködern (74,38%), dieser Anteil ist im Vergleich zu 2020 (66%) deutlich gestiegen, sowie auf den Hafenbereich der Elbe (60%), dieser Anteil ist im Vergleich zu 2020 deutlich gesunken (70%). Dafür sind der Anteil der angegebenen Angeltage in der Alster von 17 auf 22% sowie in der Unteren Bille von fünf auf acht Prozent gestiegen, während die Anteile mit Naturködern auf Raubfisch, auf Aal und auf Friedfisch Angelnder jeweils leicht gesunken sind (siehe Abbildungen 2 und 3). Auch 2021 scheint der Anteil Karpfenangelnder, die an der Studie teilnehmen, mit etwa einem Prozent deutlich unterrepräsentiert zu sein. Zu erwarten wäre, auf Grundlage der vorläufigen Befragung von Expert*innen, ein Anteil von etwa 15%. Den Anteil dieser Gruppe an Angelnden, sowie die Gesamtbeteiligung an der Studie, gilt es in den Folgejahren des Projektes zu steigern, um aussagekräftigere Ergebnisse zum Fischbestand der in den „freien Gewässern“ Hamburgs treffen zu können. Das Projekt kann des Weiteren dazu dienen, die Auswirkungen des Fischsterbens aus dem Sommer 2022 abzuschätzen. Zu erwarten wären ein Rückgang der Fänge, eine Verlängerung der benötigten Zeit pro Fisch (Verkleinerung des CPUE) sowie eine Verkleinerung der durchschnittlichen Fischmenge.

Abb1.: Vergleich des nötigen Aufwandes [Stunden] für den Fang eines Exemplars einer Fischart in 2020 und 2021

Abb. 1: Vergleich des nötigen Aufwandes [Stunden] für den Fang eines Exemplars einer Fischart in 2020 und 2021


 

Abb. 2: prozentualer Anteil der Angeltage nach Gewässer im Jahr 2021


Abb. 3: prozentualer Anteil der Angeltage nach Angelmethode im Jahr 2021

 

Die Studie

Mit der Studie zur „Ermittlung der Fischbestände in den freien Gewässern der Freien und Hansestadt Hamburg“ soll die aktuelle Bestandssituation der fischereilich relevanten Fischarten in den freien Gewässern Hamburgs erfasst werden. Die freien Gewässer sind für Hamburger Angler*innen sowie für auswertige Angelgäste von besonderem Interesse. Zu den freien Gewässern gehören u.a. große Wasserflächen wie die Alster, die Untere Bille oder der Hamburger Hafen, die nach der jährlichen Zahlung der Fischereiabgabe (10 €) frei beangelt werden können. Das Führen eines Fangbuches ist an den freien Gewässern nicht verpflichtend, wodurch die Erhebung des Fischbestands dieser Gewässer erheblich erschwert ist. Durch ca. 120.000 Angelnde pro Jahr besteht ein fischereilicher Druck an den freien Gewässern, weshalb Studien wie diese einen wichtigen Beitrag leisten, die Fischbestände dieser Gewässer zu ermitteln und ergebnisbasiert handeln zu können. Dafür wurde im Vorfeld der Studie eine möglichst repräsentative Gruppe Angelnder ausgewählt, die mit Hilfe eines App-Fangbuchs ihre Angeltage inkl. Angelmethode, Ort und Fängen eintragen. Die somit übermittelten Daten werden durch eine*n Fischereibiolog*in des Anglerverbands Hamburg e.V. ausgewertet. Auf Grundlage dieser Daten können Aussagen zum Zustand der Fischbestände getroffen werden und somit die Auswirkungen äußerer Einflüsse bewertet sowie Hege- und Pflegemaßnahmen datenbasiert durchgeführt werden. Schlüsselwert in der Datenauswertung ist der „catch per unit effort“ (CPUE), welcher die Zahl der gefangenen Fische dem dafür nötigen Aufwand, in diesem Fall die Angelstunden, entgegenstellt. Er gibt also an, wie viele Fische einer Art pro Angelstunde gefangen werden. Zum besseren Verständnis rechnen wir den CPUE aber um in die Anzahl der Stunden, die aufgewandt werden müssen, um einen Fisch einer bestimmten Art zu fangen. Nimmt diese Zeit z.B. über mehrere Jahre zu, lässt sich hieraus auf eine negative Bestandsentwicklung dieser Fischart schließen. An der Nachrekrutierung Testangelnder wurde auch im Projektjahr 2022 gearbeitet. So wurden in diesem Jahr 12 Anzeigen in den Angelzeitschriften „Blinker“ und „ANGELWOCHE“ sowie vier weitere über die Social-Media-Kanäle des „Blinkers“ geschaltet. Trotz der Bemühungen zur Nachrekrutierung erhöhte sich die Anzahl Teilnehmender kaum (97 Teilnehmende 2021 auf 98 2022). Pro Teilnehmenden wurden im Schnitt 6,53 Angeltage eingetragen, an denen sie 12,15 Fische fingen. Der durchschnittliche Zufriedenheitsindex lag bei 3,55, entsprechend einer Bewertung von „gut“. Aufgrund der geringen Anzahl eingetragener Angeltage durch die Angelguides beziehen sich die Folgenden Auswertungen auf Fänge aller Studienteilnehmenden (Angelnde und Guides).

Ergebnisse 2022

Im Projektjahr 2022 wurden an 539 Fangtagen mit etwas mehr als 2900 Stunden insgesamt 1191 Fische 20 verschiedener Arten gefangen, entsprechend einem Gesamt-CPUE von 0,41 Fischen/Stunde (2,44 Stunden/Fisch). Am häufigsten wurden im Projektjahr 2022 Zander (615 Exemplare) gefangen. Im Durchschnitt war somit fast jeder zweite durch die Studienteilnehmenden gefangene Fisch ein Zander. Auf eine Angelzeit von knapp 1200 Angelstunden ergibt sich ein CPUE von 0,52 Zandern/Stunde, die Teilnehmenden benötigten im Schnitt also etwas weniger als zwei Stunden, um einen Zander zu fangen. Die Durchschnittsgröße der gefangenen Zander lag mit 44,20 cm knapp unter dem gültigen Mindestmaß von 45 cm, die Rücksetzquote fällt mit 81% dementsprechend hoch aus. Nach dem Zander war der Flussbarsch die zweithäufigste gefangene Fischart, mit 182 Fängen im Projektjahr 2022, gefolgt von der Brasse (86 Fänge), dem Rapfen (74 Fänge) und dem Hecht (60 Fänge). Der hohe Anteil Raubfischangelnder (zusammengenommen 73% aller an der Studie Teilnehmender) spiegelt sich folglich auch in den am häufigsten gefangenen Fischarten wider (mit Ausnahme der Brasse). Mit Ausnahme großer Einzelfische (ein kapitaler Döbel von 64 cm und ein Karpfen von 57 cm) wurden die höchsten Durchschnittslängen bei Hechten (59,18 cm) erreicht, gefolgt von Rapfen (46,31 cm) und Aalen (45,40 cm). Erstmals wurden im Projektjahr 2022 Wolgazander (2 Exemplare) gefangen, diese invasive Fischart war in diesem Projektjahr auch erstmalig auswählbar. Auffällig sind außerdem die hohen Rücksetzquoten. Insgesamt wurden 950 der 1191 gefangenen Fische durch die Studienteilnehmenden wieder zurückgesetzt, entsprechend einer Gesamtrücksetzquote von 80%. Anzahl, CPUE [Fische/Stunde], Durchschnittsgröße [cm] sowie Anzahl und Anteil zurückgesetzter Fische pro Fischart des Projektjahrs 2022 sind für alle in diesem Jahr gefangenen Fischarten in Tabelle 1 aufgeführt.

Abb. 1: Benötigter Zeitaufwand [Std.] zum Fang eines Exemplares der jeweiligen Fischart. Vergleich der Jahre 2020-2022

Abb. 1: Benötigter Zeitaufwand [Std.] zum Fang eines Exemplares der jeweiligen Fischart. Vergleich der Jahre 2020-2022


Tabelle 1: Anzahl, CPUE [Fische/Stunde], Durchschnittsgröße [cm] und Anzahl und Anteil zurückgesetzter Fische pro Fischart im Projektjahr 2022

Tabelle 1: Anzahl, CPUE [Fische/Stunde], Durchschnittsgröße [cm] und Anzahl und Anteil zurückgesetzter Fische pro Fischart im Projektjahr 2022


Wie erwartet war auch in diesem Jahr der Gewässerabschnitt „Elbe Hafen“ der am häufigsten beangelte (~55%), am zweithäufigsten an der Alster (~29%). Die restlichen 16% verteilen sich auf die anderen beiden Elbeabschnitte (~5% BAB7 – Wedel, ~4% Geesthacht – Bunthausspitze) sowie die Untere Bille (~7%). Insgesamt am erfolgreichsten wurde ebenfalls im Hafenbereich der Elbe (752 Fische) sowie in der Alster (280 Fische) geangelt, bezieht man allerdings die dafür aufgewendete Zeit mit ein, so erscheint der Elbeabschnitt zwischen der BAB7 und Wedel als am erfolgversprechendsten. Hier wurde 2022 durch die Teilnehmenden im Schnitt etwa alle zwei Stunden ein Fisch gefangen, entsprechend einem CPUE von 0,49 Fischen/Stunde, die im Hafenbereich der Elbe Angelnden waren ähnlich erfolgreich pro Zeiteinheit (0,41 Fische/Stunde, 2,44 Stunden/Fisch). Am häufigsten wurde mit Spinnködern auf Raubfische geangelt (61%, 252 Angeltage). Diese Angelmethode war mit 71% der Gesamtfänge außerdem absolut betrachtet auch die erfolgreichste (871 gefangene Fische).

Abb. 2: Prozentuale Verteilung der insgesamt im Projektjahr 2022 durch die Teilnehmenden eingetragenen Angeltage auf die auswählbaren Gewässer und Gewässerabschnitte

Abb. 2: Prozentuale Verteilung der insgesamt im Projektjahr 2022 durch die Teilnehmenden eingetragenen Angeltage auf die auswählbaren Gewässer und Gewässerabschnitte


Abb. 3: Prozentuale Verteilung der insgesamt im Projektjahr 2022 durch die Teilnehmenden eingetragenen Angeltage auf die auswählbaren Angelmethoden

Abb. 3: Prozentuale Verteilung der insgesamt im Projektjahr 2022 durch die Teilnehmenden eingetragenen Angeltage auf die auswählbaren Angelmethoden


Abb. 4: Prozentuale Verteilung der insgesamt im Projektjahr 2022 durch die Teilnehmenden eingetragenen Fänge auf die auswählbaren Angelmethoden

Abb. 4: Prozentuale Verteilung der insgesamt im Projektjahr 2022 durch die Teilnehmenden eingetragenen Fänge auf die auswählbaren Angelmethoden

 

Die Studie

Mit der Studie zur „Ermittlung der Fischbestände in den freien Gewässern der Freien und Hansestadt Hamburg“ soll die aktuelle Bestandssituation der fischereilich relevanten Fischarten in den freien Gewässern Hamburgs erfasst werden. Diese wurde erstmalig im Kalenderjahr 2020 durchgeführt. Dafür sollte im Vorfeld der Studie eine möglichst repräsentative Gruppe Angelnder aus Bewerbungen ausgewählt werden. Das Bewerbungsverfahren der anfänglichen Projektperioden wurde aufgrund der niedrigen Resonanz auf eine einfache Anmeldung umgestellt, um die Teilnehmendenzahl erhöhen. Diese trugen die jeweiligen Daten zur Angelmethode, zum Gewässer und zu den Fängen in die verbandseigene App „Fischbestände Hamburg“ ein, welche als ein digitales Fangbuch fungiert. Diese Daten wurden durch eine fischereibiologische Fachkraft des Anglerverband Hamburg e.V. (AVHH) ausgewertet. Nach einer Datenaufnahme von vier aufeinanderfolgenden Jahren sollte eine Entwicklung der Fischbestände erkennbar sein. Es ist geplant, die Datenerhebung dauerhaft durchzuführen, um belastbare Aussagen wiederholt treffen zu können, Auswirkungen äußerer Einflüsse zu bewerten sowie Hege- und Pflegemaßnahmen fachlich basiert durchführen zu können. Zusätzlich ermöglicht die Datenerhebung Rückschlüsse auf die Vielfalt, die Größen- und Altersstruktur sowie den Zustand der Fische zu ziehen.

Ergebnisse 2023

Pro Teilnehmerin und Teilnehmer wurden im Schnitt 8,2 Angeltage eingetragen (6,53 Angeltage im Jahr 2023), an denen sie durchschnittlich 30,33 Fische fingen (12,15 Fische im Jahr 2023). Aufgrund der geringen Anzahl eingetragener Angeltage durch die Angelguides, wurden deren Daten mit in die Gesamtauswertung aufgenommen.

Im Projektjahr 2023 wurden durch die Teilnehmenden an 846 Fangtagen mit etwa 10.000 Stunden insgesamt 3124 Fische 23 verschiedener Arten gefangen (Tab. 1), entsprechend einem Gesamt-CPUE von 0,44 Fischen/Stunde (2,27 Stunden/Fisch). Am häufigsten wurden im Projektjahr 2023 Zander (2299 Exemplare) gefangen, im Durchschnitt war somit mehr als jeder zweite durch die Studienteilnehmenden gefangene Fisch ein Zander. Auf eine Angelzeit von knapp 7300 Angelstunden ergibt sich ein CPUE von 0,31 Zandern/Stunde. Die Teilnehmenden benötigten im Schnitt also etwa drei Stunden, um einen Zander zu fangen. Die Durchschnittsgröße der gefangenen Zander lag mit 50,28 cm über dem gültigen Mindestmaß von 45 cm und die Rücksetzquote betrug 45,76%.

Die zweithäufigste gefangene Fischart war der Flussbarsch mit 258 Fängen im Projektjahr 2023,  gefolgt vom Rapfen (237 Fänge) und dem Aal (102 Fänge). Der hohe Anteil Raubfischangelnder (zusammengenommen 81% aller an der Studie Teilnehmender) spiegelt sich folglich auch in den am häufigsten gefangenen Fischarten wider. Die höchsten Durchschnittslängen wurden bei Bachforellen (73,5 cm) erreicht, gefolgt von Hecht (69,7 cm) und Rapfen (57,56 cm). Auch im Projektjahr 2023 wurden wie im Vorjahr zwei Wolgazander gefangen. Auffällig sind außerdem die niedrigen Rücksetzquoten. Insgesamt wurden 1363 der 3110 gefangenen Fische durch die Studienteilnehmenden wieder zurückgesetzt, entsprechend einer Gesamtrücksetzquote von 27,8%. Diese Zahl fiel ebenfalls niedriger aus als im Vorjahr (Rücksetzquote 2022: 80%). Anzahl und Anteil zurückgesetzter Fische pro Fischart des Projektjahrs 2023 sind in Tabelle 1 aufgeführt.


 Tabelle 1: Anzahl, CPUE [Fische/Stunde], Durchschnittsgröße [cm] und Anzahl und Anteil zurückgesetzter Fische pro Fischart im Projektjahr 2023


Auswertung der Gewässer

Abbildung 1 zeigt die prozentuale Verteilung der insgesamt eingetragenen Angeltage auf die verschiedenen auswählbaren Gewässer und Gewässerabschnitte im Projektjahr 2023. Wie erwartet war auch in diesem Jahr der Gewässerabschnitt „Elbe Hafen“ der am häufigsten beangelte (~66%), am zweithäufigsten wurde die die Alster befischt (~13%). Die restlichen Angaben verteilen sich auf den Elbabschnitt zwischen Geesthacht und Bunthausspitze (~11%), die Untere Bille (~6%), sowie den Abschnitt der Elbe zwischen der Bundesautobahn (BAB) 7 und Wedel (~4%). Insgesamt am erfolgreichsten wurde ebenfalls im Hafenbereich der Elbe (2536 Fische) sowie in der Alster (223 Fische) geangelt.

Abb. 1: Verteilung der Angeltage auf die Gewässer 2023 [%]


Auswertung der Angelmethoden

Abbildung 2 zeigt die relative Verteilung der insgesamt eingetragenen Fänge auf die jeweiligen Angelmethoden im Projektjahr 2023. Insgesamt wurden 89% (2767 Fische) aller Fänge durch das Spinnfischen erzielt. Mit großem Abstand war das Aalangeln am zweiterfolgreichsten mit einem Anteil von 4% (136 Fische) aller Fänge. Vier Prozent der Fänge wurden durch das Friedfischangeln (108 Fische) gefangen und durch das Raubfischangeln mittels Naturköder (93 Fische) rund drei Prozent. Das Karpfenangeln an den freien Gewässern Hamburgs war für weniger als ein Prozent (7 Fische) der Gesamtfänge verantwortlich. Zudem wurden 13 Fänge ohne Angabe der Angelmethode eingetragen.

Abb. 2: Relative Verteilung der Fänge auf die jeweiligen Angelmethoden im Projektjahr 2023


Abbildung 3 zeigt die Verteilung der Angeltage auf die jeweiligen Angelmethoden im Projektjahr 2023. So wurden 81% aller Angeltage dem Spinnfischen gewidmet. Jeweils 6% aller Tage entfielen auf das Raubfischangeln mit Naturköder, das Aalangeln und auf das Friedfischangeln. Ein Prozent aller Angeltage verliefen ohne Angabe zur Methode und weniger als ein Prozent der Angeltage widmeten sich dem Karpfenangeln.

 

Abb. 3: Relative Verteilung der Angeltage auf die jeweilige Angelmethoden im Projektjahr 2023


Zeitaufwand für den Fischfang

Die Anzahl der Angeltageinträge und der eingetragenen Angelstunden hat sich deutlich erhöht. Waren es im Projektjahr 2022 noch 640 Angeltage mit etwa 3105 Angelstunden, erhöhten sich die Zahlen auf 874 Angeltage mit 10.114 Stunden. Auch die Gesamtfänge der Studienteilnehmenden (1191 Fische 2022; 3117 Fische 2023 ) sowie die pro Studienteilnehmenden eingetragenen Angeltage (6,5 Angeltage 2022; 8,2 Angeltage 2023) und Fänge (12,15 Fische 2022; 30,3 Fische 2023) stiegen an, der erreichte Gesamt-CPUE sank allerdings. So wurden im Projektjahr 2022 im Schnitt 0,56 Fische pro Stunde (1,79 Stunden/Fisch) gefangen, während im Projektjahr 2023 der Gesamtwert des CPUE bei 0,44 Fischen pro Stunde (2,29 Stunden/Fisch) lag.

Wie auch im Projektjahr 2022 waren Zander 2023 die am häufigsten gefangene Fischart. Die Gesamtfangmenge 2023 (2299 Exemplare) unterscheidet sich immens von der im Jahr 2022 erzielten (615 Exemplare), der CPUE sank allerdings auch hier deutlich von 0,52 Zander/ Stunde (1,92 Stunden/ Zander) im Vorjahr auf 0,31 Zander/ Stunde (3,23 Stunden/ Zander). Es wurde also vermehrt auf Zander gefischt, allerdings wurden weniger Zander als im Vorjahr gelandet. Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Anzumerken sei aber, dass bereits im Jahresabschlussbericht dieser Studie aus dem Jahr 2021 und 2022 vor den Auswirkungen von Sauerstofflöchern und großen Fischsterben auf die folgenden Jahre gewarnt wurde.

Die hohen CPUE-Werte für Brasse oder Rotauge könnten dadurch erklärt werden, dass Teilnehmende bei der Friedfischangelei vergaßen den Angeltageintrag zu beenden, denn eine entsprechend drastische Verschlechterung der Bestände dieser Cypriniden scheint innerhalb eines Projektjahres wenig plausibel. Um künftig solche Probleme zu vermeiden, soll eine Lösung mit dem betreuenden Entwicklerteam gefunden werden. Eine Möglichkeit wäre hierzu eine Push-Benachrichtigung für die App einzurichten, welche nach einer gewissen Zeit eine Aktion seitens des Angelnden fordert. Erfolgt keine Reaktion auf diese Erinnerung, soll der Angeltageintrag automatisch beendet werden.

Teilweise stark verbessert haben sich die Werte für Aal (2022: 3,7 Stunden/ Fisch; 2023: 2,1 Stunden/ Fisch), Aland (2022: 5,3 Stunden/ Fisch; 2023: 4,8 Stunden/ Fisch), Flunder (2022: 2,2 Stunden/ Fisch; 2023: 1,1 Stunden/ Fisch) und Hecht (2022: 4,4 Stunden/ Fisch; 2023: 3,5 Stunden/ Fisch). Wenig erfreulich hingegen ist die Verbesserung des CPUE bei der invasiven Schwarzmundgrundel, für welche man im Projektjahr noch 1,9 Stunden für eine Grundel benötigte und im Jahr 2023 nur noch 0,35 Stunden. Da die gezielte Angelei auf diese invasive Fischart aufgrund ihrer geringen Größe unwahrscheinlich ist, kann davon ausgegangen werden, dass die Grundeln häufiger als Beifang gefangen wurden. Dies könnte ein Anzeichen für eine Populationssteigerung sein, allerdings ist diese Aussage nur projektbezogen zu interpretieren. Denn für solch gewichtige Aussagen war die Teilnehmendenzahl immer noch zu niedrig und die angesprochenen Fehlerquellen müssten behoben werden. An letzterem arbeitet der AVHH mit Hochdruck und steht im regen Kontakt zum Entwicklerteam.

Team Anglerverband e.V.

Verfasser: Eugen Zeller, Moritz Häring, Fischereibiologen


Alle CPUE-Werte  sind in Abbildung 4 aufgeführt.

Abb. 4: Zeitaufwand für verschiedene Fischarten im Zeitraum von 2020-2023

Abb. 4: Zeitaufwand für verschiedene Fischarten im Zeitraum von 2020-2023

Ergebnisse 2024

Im Projektjahr 2024 wurden durch die 84 Teilnehmenden an 788 Angeltageinträgen mit etwa 2879 Stunden insgesamt 1266 Fische 17 verschiedener Arten gefangen (Tab. 3), entsprechend einem Gesamt-CPUE von 0,47 Fischen/Stunde (2:07 Stunden/Fisch). Am häufigsten wurden im Projektjahr 2024 Zander (881 Exemplare) gefangen, im Durchschnitt war somit mehr als jeder zweite durch die Studienteilnehmenden gefangene Fisch ein Zander. Auf eine Angelzeit von knapp 573 Angelstunden ergibt sich ein CPUE von 0,65 Zandern/Stunde. Die Teilnehmenden benötigten im Schnitt also etwa anderthalb Stunden, um einen Zander zu fangen. Die Durchschnittsgröße der gefangenen Zander lag mit 45,69 cm knapp über dem gültigen Mindestmaß von 45 cm und die Rücksetzquote betrug 80%.

Die zweithäufigste gefangene Fischart war der Flussbarsch mit 103 Fängen im Projektjahr 2024, gefolgt von der Brasse (52 Fänge) und dem Aal (39 Fänge). Der hohe Anteil Raubfischangelnder (zusammengenommen 86% aller an der Studie Teilnehmender) spiegelt sich folglich auch in den am häufigsten gefangenen Fischarten wider.

Die höchsten Durchschnittslängen wurden bei Stör (89 cm) erreicht, gefolgt von Hecht (63 cm) und Aal (53,1 cm). Auch im Projektjahr 2024 wurden 7 Wolgazander gefangen. Auffällig sind außerdem die hohen Rücksetzquoten. Insgesamt wurden 941 der 1266 gefangenen Fische durch die Studienteilnehmenden wieder zurückgesetzt, entsprechend einer Gesamtrücksetzquote von 86,6%. Anzahl und Anteil zurückgesetzter Fische pro Fischart des Projektjahrs 2024 sind für alle in diesem Jahr gefangenen Fischarten in Tabelle 1 aufgeführt.


Tabelle 1: Fischart, Anzahl der Fänge, Anzahl Fische, CPUE [Fische/Stunde], Zeitaufwand, Durchschnittsgröße [cm] gefangener Fische und Rücksetzrate insgesamt im Projektjahr 2024
Tab1

 

Auswertung der Gewässer

Abbildung 1 zeigt die prozentuale Verteilung der insgesamt eingetragenen Angeltage auf die verschiedenen auswählbaren Gewässer und Gewässerabschnitte im Projektjahr 2024. Auch in diesem Projektjahr wurde am häufigsten am Gewässerabschnitt „Elbe Hafen“ geangelt (54,6%), während mit großem Abstand am zweithäufigsten an der Alster (bis Ohlsdorf) geangelt wurde (14,3%). Die übrigen Angeltage verteilten sich auf die Norder-Elbe mit 11,6%, die Elbe (bis Wedel) mit 10,7%, die Süder-Elbe mit 4,6%, sowie die Schiffbare Bille mit 4,3% aller eingetragenen Angeltage. In absoluten Fangzahlen war 2024 der Hafenbereich der Elbe mit 646 gefangenen Fischen am erfolgversprechendsten. Diese Rangliste wird von der Norder-Elbe (187 Fische), der Alster (179 Fische), der Elbe bis Wedel (155 Fische), der Bille (56 Fische) und schließlich von der Süder-Elbe (43 Fische) fortgeführt. Die CPUE der einzelnen Gewässerabschnitte schwankte nur leicht zwischen 0,35 (Norder-Elbe) und 0,58 (Süder-Elbe) (Tab.2).

Abb1
Abb. 1: Verteilung der Angeltage auf die Gewässer 2024 [%]

 

Tabelle 2: Anzahl der Angeltage, Angelzeit [hh:mm], Anzahl der gefangenen Fische, CPUE [Fische/Stunde] aufgeteilt auf die durch die Teilnehmenden auszuwählenden Gewässer sowie Gesamtsumme im Projektjahr 2024
Tab2


Auswertung der Angelmethoden

Abbildung 2 zeigt die relative Verteilung der insgesamt eingetragenen Fänge auf die jeweiligen Angelmethoden im Projektjahr 2024. Insgesamt wurden 80,1% (1014 Fische) aller Fänge durch das Spinnfischen erzielt. Mit großem Abstand war das Friedfischangeln am zweiterfolgreichsten mit einem Anteil von 8,1% (103 Fische) aller Fänge. Weitere 6,2% (78 Fische) wurden durch das Raubfischangeln mit Naturködern gefangen, 4,3% (55 Fische) durch das Aalangeln und 1,3% aller Fänge (16 Fische) entfielen auf Fänge ohne Angabe. Das Gezielte Angeln auf Karpfen wurde im Projektjahr 2024 an den freien Gewässern durch die Teilnehmenden gar nicht praktiziert.

Abb2
Abb. 2: Relative Verteilung der Fänge auf die jeweiligen Angelmethoden im Projektjahr 2024


Abbildung 3 zeigt die Verteilung der Angeltage auf die jeweiligen Angelmethoden im Projektjahr 2024. So wurden 80,7% aller Angeltage dem Spinnfischen gewidmet. Auf das Friedfischangeln entfielen auf 7,7% der gesamten Angeltage, wohingegen sich das Aalangeln und das Raubfischangeln mit Naturködern annähernd gleicher Beliebtheit erfreuten. Die Anteile der Angeltage beliefen sich für die eben erwähnten Methoden auf 5,5 bzw. 5,3%. Keinerlei Angaben zur Angelmethode wurden an 4 Angeltagen getätigt, welche insgesamt 0,8% der Gesamtheit ausmachten. Das Karpfenangeln wurde wie bereits erwähnt im Projektjahr 2024 gar nicht ausgeübt.

Die Werte der CPUE nach Methode schwanken zwischen 0 (Karpfenangeln) und 0,68 (Raubfischangeln mit Spinnködern). Teilnehmende, welche keine Angaben zur Angelmethoden machten erzielten einen Wert von 1,57. Der Gesamtwert der CPUE nach Angelmethoden beträgt 0,66. Siehe dazu Tabelle 3.

Abb3
Abb. 3: Relative Verteilung der Angeltage auf die jeweilige Angelmethoden im Projektjahr 2024

 

Tabelle 3: Anzahl der Angeltage, Angelzeit [hh:mm], Anzahl der gefangenen Fische, CPUE [Fische/Stunde] und Zufriedenheitsindex aufgeteilt auf die durch die Teilnehmenden auszuwählenden Angelmethoden sowie Gesamtsumme im Projektjahr 2024
Tab3 

Die Angelei auf Raubfisch mit Spinnködern wurde an der Norder-, Süder-Elbe, Elbe bis Wedel und am Elbe Hafen am häufigsten ausgeübt. Die prozentualen Anteile dieser Angelmethode betrugen 83,9% an der Elbe bis Wedel, 87% im Bereich der Süder-Elbe, 87,9% an der Norder-Elbe und 92% am Elbe Hafen.  Auch die Alster wurde am häufigsten mittels Spinnfischen beangelt, jedoch betrug der Anteil dieser Methode 44,6%, während an der Bille sowohl das Spinnfischen als auch das Friedfischangeln gleichermaßen beliebt waren (40,7%). Das Spinnfischen wurde allerdings an über 41 Stunden praktiziert, wohingegen das Friedfischangeln an knapp 40 Stunden zum Einsatz kam (Tab. 4).

Tabelle 4: Angeltage (abs. und rel.) und Angelzeit je Methode und Gewässer 2024
Tab4

Zu den Fischarten, die am meisten gefangen wurden, zählen Zander, Flussbarsch, Brasse und Aal. Am Elbe Hafen, sowie an allen drei Elbabschnitten wurde dieser am häufigsten gefangen, während Flussbarsche an der Alster und Brassen an der Bille zu den beliebtesten Fischarten zählen (Tab. 5). Am Hafen und der Norder-Elbe wurden am zweithäufigsten Aale gefangen, wobei die Fangzahlen deutlich unter denen der Zander lagen. Die Schwarzmundgrundel wurde etwa halb so häufig an der Alster gefangen, hatte aber einen der höchsten CPUE-Werte durch alle Fischarten hinweg. Die invasive Grundel wurde an der Alster im Schnitt alle 48 Minuten gefangen. Lediglich die Flunderfänge an der Elbe bis Wedel waren frequentierter, obwohl die Flunder an diesem Streckenabschnitt die zweithäufigste gefangene Fischart war. Man konnte sie im Schnitt ebenfalls alle 47 Minuten fangen.

An der Norder-Elbe konnte der Zander im Vergleich mit den übrigen Gewässerabschnitten am besten gefangen werden (CPUE: 0,87 bzw. 01:09 Stunden pro Zander), wohingegen man an der Bille beinahe 5 Stunden angeln musste, um einen Zander zu fangen. Allerdings wurden an der Norder-Elbe 157 und an der Bille 2 Zander gefangen, welches die CPUE-Werte besser in Relation setzen lässt.

Die höchste Durchschnittsgröße erreichten die Zander in der Alster (63,7 cm), wohingegen am Elbe Hafen Zander mit durchschnittlich 44,7 cm gefangen wurden. Unter allen gefangenen Fischarten erzielte der einzelne Störfang im Bereich des Hafens mit 89 cm die höchste aller Durchschnittsgrößen, während an der Norder-Elbe die 12 Aalfänge eine Durchschnittsgröße von 68 cm ergaben. Die Hechte an der Alster und an der Bille erreichten im Durchschnitt 64,5 bzw. 62,7 cm, während sie an der Elbe bis Wedel im Schnitt mit 58 cm gefangen wurden. An der Süder-Elbe erreichten die Zander mit 50,6 cm die höchsten Werte für die Durchschnittsgrößen.

Tabelle 5: Fischartenliste je Gewässer 2024
Tab5

Die Fänge der Schwarzmundgundel beschränkten sich im Projektjahr 2024 auf die Bille, Süder-Elbe und die Alster. Die Fangzahlen betrugen zwischen 1, 3 und 30. An der Norder-Elbe wurden hingegen 3 und im Elbe-Hafen 4 Wolgazander gefangen mit Durchschnittslängen von knapp 32 cm.

Generell lässt sich beobachten, dass der Hafenbereich von Raubfischanglern dominiert wurden, während nennenswerte Friedfischfänge eher in der Alster oder in der Unteren Bille zu verzeichnen waren. Diese Verteilung ist aufgrund der unterschiedlichen Strömungsverhältnisse an den besagten Gewässerabschnitten nicht verwunderlich.

Die meisten Arten (13) wurden in der Alster gefangen, während die geringste Artenvielfalt (5 Fischarten) an der Süder-Elbe zu sehen war.


Zeitaufwand für den Fischfang

Die Anzahl der Teilnehmenden sank im Vergleich zum Vorjahr um 14 auf insgesamt 89.

Ein weiterer Vergleich zwischen den Projektjahren ist nur bedingt durchführbar, da die Methode der Auswertung für 2024 geändert und optimiert wurde. So wurden die Daten gefiltert und all jene Einträge, die unter 0 und über 12 Stunden getätigt wurden, aus der Wertung herausgenommen. Die Eintragungen von unter 0 Stunden (negative Stundenanzahl) kamen allesamt von Nachtanglern, welche vermutlich das Datum falsch eingegeben haben. Ebenso wurden die Eintragungen der Guides aus der Auswertung entfernt. Um zumindest die wichtigsten Parameter zwischen den beiden Jahren vergleichen zu können, wurden die Daten im Folgenden aus dem Projektjahr 2023 derselben „bereinigten“ Methodik unterworfen.

Unter diesen Voraussetzungen zeigt sich, dass im Projektjahr 2023 an 821 Angeltageinträgen 2081 Stunden geangelt worden ist, während im Jahr 2024 durch 788 Einträge 2879 Stunden zustande kamen.  

Auch die Gesamtfänge der Studienteilnehmenden (1380 Fische 2022; 1288 Fische 2023) sowie die pro Studienteilnehmenden eingetragenen Angeltage (8 Angeltage 2023; 8,9 Angeltage 2024) und Fänge (13,4 Fische 2023; 14,5 Fische 2024) stiegen an, der erreichte Gesamt-CPUE sank allerdings. Dieser lag im Jahr 2023 bei 0,66 Fische pro Stunde (1:30 Stunden pro Fisch), während er im Jahr 2024 bei 0,47 Fischen pro Stunde lag (2:10 Stunden pro Fisch) (Tab. 6).

Wie auch in den Projektjahren zuvor waren Zander die am häufigsten gefangene Fischart. Die Gesamtfangmenge 2024 betrug 881, wohingegen im Jahr 2023 692 Zander gefangen wurden. Der Zander-CPUE stieg von 0,54 im Jahr 2023 auf 0,62 im Jahr 2024 Fische pro Stunde. Dies bedeutet, dass man 2023 1:51 Stunden und 1:36 Stunden im Jahr 2024 benötigte, um einen Zander zu fangen.

Die Verteilung der Angeltage auf die Gewässer blieb im Vergleich zwischen den beiden Projektjahren bis auf geringe Schwankungen unverändert. Der Großteil der Teilnehmenden fischte im Bereich des Elbe Hafens (>50%), während zwischen 10 und 16% der Teilnehmenden an den verschiedenen Elbabschnitten. Die Beliebtheit der Bille sank von 7,8% aller Angeltage in 2023 auf 4,3% in 2024.

Tabelle 6: Vergleich einiger Aspekte zwischen den Projektjahren 2023 und 2024
Tab6

Der Fangerfolg der Methoden änderte sich zwischen den beiden Jahren leicht. Das Spinnfischen blieb auch 2024 an erster Stelle, worauf dann allerdings das Friedfischangeln folgte, während die zweitmeisten Fangerfolge im Jahr 2023 noch das Aalangeln einbrachte. Das Raubfischangeln mit Naturködern erwies sich als gleichbleibend erfolgreich und das Karpfenangeln wurde 2024 gar nicht ausgeübt. In Tabelle 7 sind die Anteile der erfolgreichen Tage (mind. 1 Fisch gefangen) je Angelmethode aufgeführt.

Tabelle 7: Vergleich des Fangerfolgs der einzelnen Methoden zwischen 2023 und 2024
Tab7

Die Werte der CPUE beziehungsweise der Zeitaufwand je Fisch für die sind in Abb. 4 dargestellt und im Detail in Tab. 8 zu finden. Der Aufwand für den Aal ist spürbar gestiegen, während er für die übrigen anglerisch relevanten Fischarten gleichblieb oder gar sank.

Abb4 
Abb. 4: Zeitaufwand für verschiedene Fischarten im Zeitraum von 2022-2024

 

Tabelle 8: Zeitaufwand je Fischart für die Projektjahre 2020-2024 [hh:mm]
Tab8 

 

Team Anglerverband e.V.

Verfasser: Eugen Zeller, Biologe M.Sc.